„Festes Fundament für die Zukunft“

Jetzt haben sie ihn in der Tasche: den Ausbildungsvertrag zur Kauffrau für Bürokommunikation. Aus den Händen von Landrat Jochen Welt nahmen zwölf allein erziehende Mütter das Dokument entgegen. Damit sind sie „bundesweit die ersten“, denen zwölf zusätzliche Plätze in Teilzeit im öffentlichen Dienst ermöglicht wurden, betonten die Initiatoren des Projekts „BEAT/VEST“.

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Eine junge Mutter tut jedem Betrieb gut

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Wenn Mutter zum Lehrling wird

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Ausbildung mit kleinen Kindern

In der heutigen Zeit einen Ausbildungsplatz zu finden ist gar nicht so einfach. Erst recht nicht ,wenn man ein oder zwei kleine Kinder hat und vielleicht sogar alleinerziehend ist. Jungen Müttern und Vätern will „Mia Via“ Perspektiven bieten. Die Vestische Arbeit Kreis Recklinghausen fördert das Projekt für ALG 2-Empfänger. Träger sind das Bildungszentrum des Handels und RE/init.

Ausbildung in der Teilzeit bei gleichzeitiger Kinderbetreuung lautet die Formel. Auch in Castrop-Rauxel, wo eine von drei Anlaufstellen im Kreis stationiert ist, nehmen 32 Frauen und Mann von 22 bis 35 Jahren an dem Projekt teil. Zum nächsten Ausbildungsjahr werden kreisweit zehn Teilzeitausbildungen beginnen.

Lediglich 75 Prozent der normalen Arbeitszeit sind die Teilzeit-Azubis im Betrieb beschäftigt. Die Schulpflicht muss je durch zu 100 Prozent erfüllt werden. „Dadurch muss der Unternehmer natürlich auch nur 75 Prozent der Ausbildungsvergütung zahlen“, nennt Marita Frank, RE/init Ansprechpartnerin in Castrop-Rauxel, Vorteile. Auf diese Weise kommen auch zusätzliche Lehrstellen zu Stande. Eine Teilzeit –Lehre dauert die üblichen drei Jahre. Aber auch die vorwiegend weiblichen Teilnehmer seien für die Betriebe ein Gewinn „Hochmotiviert, organisiert und belastbar“, beschreibt sie die jungen Mütter. Zum einen, will sie endlich ihrer Situation entkommen wollen. Zum anderen, weil sie ihren Kindern Perspektiven vorleben möchten.

Aber nicht nur bei der Suche nach einer Teilzeitausbildung hilft Mia Via. Auch Teilzeitjobs, Minijobs und Qualifizierungsmaßnahmen versucht das Projekt zusammen mit den Teilnehmern zu finden. Und weil die jungen Mütter und Väter besonders stark belastet sind, werden sie während ihrer Ausbildung begleitet und betreut. Bei Bedarf gibt es sogar Stützunterricht und bei der Kinderbetreuung sind die RE/init –Mitarbeiter auch schon mal eingesprungen.

Weitere Teilzeit –Ausbildungsplätze werden noch dringend gesucht. Gefragt sind vor allem die Berufe Friseurin, Verkäuferin, Bürokauffrau, Arzthelferin und Altenpflegerin. Melden kann man sich bei Marita Frank, Tel.: 441741

Quelle: Stadt-Anzeiger Castrop-Rauxel


Keine halbe Sache - Teilzeitausbildung

Eine Chance für junge Mütter ohne Berufsabschluss

Einen Ausbildungsplatz zu finden ist schwer. Noch schwerer ist es jedoch für junge Frauen, die sich bereits um ein eigenes Kind kümmern müssen. Das Projekt BEAT in Recklinghausen bietet die Lösung: Teilzeit für Azubis. Ein Bericht zum Tag der Ausbildung.

Auf Teilzeit angewiesen: Junge Mütter

"Für mich ist es sehr wichtig, auf eigenen Füßen zu stehen. Deshalb wollte ich auch mit Kind eine Berufsausbildung machen. Aber ich möchte meine Familie nicht zu oft für die Kinderbetreuung einspannen", sagt Jennifer Feldmann. Die junge Frau ist 20 Jahre alt, ihr Sohn Nils ist fünf.

Kurz nachdem sie Nils zur Welt gebracht hatte, legte sie ihren Realschulabschluss ab und bewarb sich sofort um Ausbildungsstellen. Unsicher war sie nur, wie sie gleichzeitig arbeiten, ihren Sohn betreuen und am Abend noch lernen sollte. Berater von der Arbeitsagentur gaben ihr schließlich den Tipp, sich an den Verein REinit zu wenden, der das Projekt BEAT (Berufliche Erstausbildung in Teilzeit) koordiniert. Anny Hachmann, Projektleiterin von BEAT, bringt das Problem auf den Punkt: "Mütter, die schon über eine Ausbildung verfügen, können halbtags arbeiten. Auszubildende konnten das nicht, bevor wir die Teilzeitausbildung entwickelt haben." Teilzeitausbildung ist inzwischen gesetzlich geregelt

"Ausbildungswillig sein"

Die Idee stieß nicht gleich auf Begeisterung. "Zunächst mussten wir bei den Handwerks-, Industrie- und Handelskammern um Verständnis werben und einige Kompromisse schließen", sagt Anny Hachmannn über die Anfänge des Projekts vor vier Jahren. Weil das Berufsausbildungsgesetz bis dahin keine Teilzeitausbildung vorsah, mussten sich die Teilnehmerinnen des ersten Jahrgangs zu einer verlängerten Ausbildungszeit verpflichten. Seit 2005 ist die Teilzeitausbildung auch gesetzlich geregelt und kann im üblichen Zeitraum von drei bis dreieinhalb Jahren abgeschlossen werden. "Ansonsten hätte ein solches Projekt auch keinen Sinn. Eine längere Ausbildungszeit wirkt sich bei späteren Bewerbungen negativ aus", sagt Dieter Timmermann, Wirtschaftpädagoge der Universität Bielefeld. Damit die Teilzeitazubis den gleichen Stoff wie ihre Vollzeitkolleginnen lernen, wurde nur die Arbeitszeit im Betrieb reduziert, die Stundenzahl an der Berufsschule blieb gleich. Die guten Abschlüsse des letzten Jahrgangs zeigen, dass dieses System funktioniert.

BEAT bietet weitere Hilfestellungen. Schließlich fällt es vielen allein erziehenden Müttern schwer, eine geeignete Versorgung für die Kinder zu organisieren. Außerdem brauchen die Azubis auch am Nachmittag etwas Zeit, um den Schulstoff aufzuarbeiten. Bei vielen jungen Müttern sind schon während der Schulzeit Defizite entstanden, die sie während der Ausbildung ausgleichen müssen. "Bei BEAT muss man sich eigentlich um nichts kümmern. Als Nils einmal krank war, kam sogar eine Nachhilfelehrerin zu mir nach Hause. Man muss also nur ausbildungswillig sein", sagt Jennifer Feldmann, die mittlerweile im letzten Lehrjahr zur Zahnmedizinischen Fachangestellten ist. Unternehmen haben mehr von Teilzeitazubis Arzthelferin; Rechte: dpaBild vergrößern

Arzthelferin: Auch in Teilzeit möglich

Bundesweit sind rund 470 junge Eltern als ausbildungssuchend bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele haben nur einen Hauptschulabschluss und stoßen bei Unternehmen auf Vorurteile. Deshalb konnten sich die 70 jungen Mütter und Ausbildungsbetriebe, die derzeit am BEAT-Projekt teilnehmen, vorab während eines Praktikums kennen lernen. "Viele Arbeitgeber sind überrascht, wie verantwortungsbewusst und zuverlässig die jungen Mütter und Väter sind", sagt Anny Hachmann. So war es auch bei Jennifer Feldmann. Ihr Arbeitgeber wollte eigentlich nicht mehr ausbilden, machte aber für die junge Frau eine Ausnahme und ist bisher sehr zufrieden. "Auszubildende mit Kind sollten ihre Vorzüge herausstellen, um Arbeitgeber zu überzeugen. Sie sind oft selbstbewusster, reifer und vernünftiger", sagt Dieter Timmermann.

Trotzdem sind es eher kleine und mittelständische Unternehmen, die in Teilzeit ausbilden und den jungen Müttern eine Chance geben. "Für kleine Firmen sind die Teilzeitazubis oft die einzige Möglichkeit auszubilden", sagt Anny Hachmann. Denn die Teilzeitauszubildenden erhalten nur 50 bis 75 Prozent der normalen Ausbildungsvergütung, je nach Stundenzahl, die zwischen 20 und 30 Stunden liegt. Zusätzlich bekommen sie Berufsausbildungsbeihilfe und Kindergeld. Das Projekt zahlt sich offenbar für beide Seiten aus. Im letzten Jahrgang wollte über die Hälfte der Unternehmen nicht mehr auf die Teilzeitazubis verzichten und übernahmen sie in ein normales Beschäftigungsverhältnis.


Fachtagung: Ausbildung und Kind

Unter dem Thema "Von der Ausnahme zur Regel - Teilzeitberufausbildung für junge Menschen mit Kindern", werden am Dienstag, 13. Juni, 10- 15.30 Uhr, auf einer bundesweiten Fachtagung in Bielefeld entsprechende Möglichkeiten vorgestellt. Veranstalter ist das Netzwerk Teilzeitberufsausbildung, entstanden aus dem Projekt BEAT (Betriebliche Erstausbildung in Teilzeit für Alleinerziehende bis 25) der Agentur für Arbeit und der Recklinghäuser Arbeitsförderungsiniative RE/init e.V. weiter >>

Neue Perspektive für Mama

32 Frauen (und ein junger Mann) wollen mit dem Projekt "MiA ViA" der Arbeitslosigkeit entfliehen. Teilzeit-Ausbildung soll Elternschaft und Beruf vereinbaren. Hartz-IV-Behörde geht mit gutem Beispiel voran.

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Chance für junge Mütter auf Lehrstelle

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Kinderbetreuung und Job wohnortnah

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Ausbildung in Teilzeit für Mütter

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RE/Init passt Arbeitszeit der Familiensituation an

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Betriebe sind in der Regel begeistert

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Dieser Beat begeistert alle Beteiligten

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Ganz besondere Auszubildende

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Audit Beruf & Familie: Verleihung des Grundzertifikates

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Praktikum ist Chance für beide Seiten

Alleinerziehende Mütter und Väter für eine Ausbildung fit zu machen - dieses Ziel hatte sich die Arbeitsförderungsinitiative Re/init e.V. vor einem Jahr auf die Fahnen geschrieben.

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Bei Problemen hilft der Betriebsrat

Neue Kollegen, ungewohnte Arbeitsabläufe - Auszubildende müssen schon am ersten Tag im Betrieb viel (kennen-) lernen. Doch selbst bei einer gründlichen Einarbeitung bleiben Fragen offen: vor allem zu Rechten und Pflichten des Azubis.

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Allein Erziehende finden einen Ausbildungsplatz

Andrea ist 19 Jahre alt und allein erziehende Mutter eines zwei Jahre alten Kindes. Eine Ausbildung zur Bürokauffrau musste sie an den Nagel hängen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Dank "BEAT" hat Andrea jetzt die Chance, einen Berufsabschluss nachzuholen und dem Sozialhilfe-Dasein dauerhaft zu entkommen.

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Förderprojekt BEAT kann sich sehen lassen

Vor einem Jahr stellte Kompass drei Projekte vor, für deren Förderung sich die Aral-Stiftung entschieden hatte. Dazu gehörte das vom Recklinghäuser RE/init e.V. beantragte Projekt "Betriebliche Erstausbildung in Teilzeit (BEAT)". Sein Ziel war und ist es, allein erziehenden Müttern und Vätern unter 25 Jahren Chancen zu einer betrieblichen Ausbildung zu geben.

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Jeder Tag ist eine Herausforderung

"Manchmal müssen wir unseren Kindern sagen, dass es mit ihren Wünschen einfach nicht funktioniert." Frau R. und Herr G. drehen im Alltag jeden Cent zweimal um. Und das seit Jahren, erst recht zu Weihnachten. Die Familie hat sieben Kinder, drei von ihnen sind behindert. Finanzielle Enge und bisweilen auch das Gefühl, mit einem Makel in einer Wohlstandgesellschaft leben zu müssen, begleiten Frau R. und Herrn G. auf Schritt und Tritt. weiter >>

Mama lernt gerade ihren Traumberuf

Das Recklinghäuser Modellprojekt BEAT verhilft jungen Eltern zu einer Lehrstelle

Ein Leben zwischen Werkbank und Wickeltisch gehört für Jenny (19) inzwischen zum Alltag: Die junge Mutter absolviert eine Ausbildung zur Lackiererin. Möglich macht dies das Recklinghäuser Modell-Projekt "BEAT".

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Junge allein Erziehende ausbilden

Für einen angemessenen Platz in der Gesellschaft ist eine Berufsausbildung heutzutage unerlässlich. Um allein Erziehenden auch die Chance dazu zu geben, sucht die Arbeitsförderungsinitiative RE geeignete Tagesmütter und -väter.

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Modell bietet Teilzeit für allein Erziehende

Ausbildung: Arbeitsamt und RE/init suchen noch Firmen

Mit einem in der Emscher-Lippe-Region einmaligen Modell unterstützt das Arbeitsamt Recklinghausen in Zusammenarbeit mit dem Recklinghäuser Verein "RE/init" einen Modellversuch, allein erziehenden Müttern und Vätern eine betriebliche Ausbildung in Teilzeitform zu ermöglichen.

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